Das Statement vom Room-Reporter

Guten Tag,

wie oft mussten Sie bereits den Rettungsdiensten, Polizeiwagen und der Feuerwehr im Straßenverkehr Platz machen? Wenn Sie um Ostern herum im PKW unterwegs waren, wissen Sie was ich meine. Die meisten Autofahrer/-innen werden es mit „oft“ beantworten. Ich gebe ja auch gerne zu, dass auch ich höchstwahrscheinlich heute durch die Führerscheinprüfung rasseln würde, aber an das "Prinzip von Rettungsgassen" erinnere ich mich dann doch noch sehr gut.

Immer und mitten in jedem Stau, frage ich mich, wo die Leute eigentlich immer hinwollen, wenn hinter ihnen „Tatütata“ erschallt!?

Panisch, fast hysterisch werden die Autos in alle Richtungen gesetzt - ...meist in die Falsche.
Woran liegt das? Es mutet der Anblick an, dass es sich `gefühlt`um gesuchte Schwerverbrecher die im Fluchtmodus handeln, verzweifelt versuchen zu entkommen, aber vom nächsten `Sträfling in Spe`, dem es wohl ähnlich geht, blockiert werden. Eine Art Tetris für Anfänger, nur ohne typische musikalische Untermalung und tatsächlich wenig amüsant, sondern besorgniserregend.

Ich als gesetzestreue Bürgerin halte mich an die üblichen Vorgaben - ich muss ja auch nicht fliehen. Bei Dreispuriger Fahrbahn, die linke Spur fährt nach links und die beiden rechten Spuren, nach rechts. Logisch, Oder? Eigentlich ganz einfach, aber ich flippe bei einem Sirenen Straßenkonzert nicht aus; Ich leide ja nicht an Verfolgungswahn.

Abgesehen von meinem Vater, der mich auf Schritt und Tritt kontrolliert, seitdem ich seinen PC in Beschlag und mich dem Room-Reporter annahm.

Das wirklich Erschreckende passiert erst nach der Bildung einer Rettungsgasse -> Das Gaffen!
Ich muss gestehen, dass wenn ich Beifahrer bin, auch hinschaue um zu erfahren, warum ich nun gefühlte Ewigkeiten im Stau stand. Man will ja auch wissen, ob es tatsächlich einen handfesten Grund dafür gab, die quengelnden Kinder anzumeckern. Allerdings entzieht es sich meinem Verständnis bei aller Neugier, wie man auf die Idee kommt, als Fahrer schön langsam vorbeizufahren um auch alles sehen zu können und sogar Handys zücken, um auch hoffentlich mal eine echte Leiche filmen oder fotografieren zu können.

Ich muss gestehen, dass ich andere Verkehrsteilnehmer sehr selten sympathisch finde und auch gerne mal "Verkehrsidioten" nur deshalb überhole, um zu schauen, ob der Fahrer genauso dämlich aussieht, wie er fährt. Aber wenn ich Gaffer sehe, wünschte ich mir manchmal ein "007-Auto" mit Raketenabwehr nach vorne und für Drängler - auch so eine unsympathische Spezies - eine Ölspur nach hinten.

Denken Sie an mich, wenn Sie das nächste Mal im Straßenverkehr beobachten, wie die Leute ihre Wagen in einer Rettungsgasse verkeilen, vergleichbar einem chaotischen
Kleinkind, das ´Jenga´ spielt.

Bleiben Sie mit uns auf `Spur` und gewogen.

Ihre Nina Heinemann